Handwerkszeug Gedichtinterpretation

 

 



Aufbau einer Gedichtinterpretation: ⇓

 

 

Einleitung:

 

 

1. Gedichttitel, Autor, Aussage zu Entstehungszeit oder Dichter
2. Gedichtart
3. Epoche (falls bekannt)
4. Themenstellung des Gedichts – vorläufig formuliert, ein bis zwei Sätze!

 

 

Hauptteil:

 

 

formaler Aspekt

1. Strophen
2. Verse
3. Reimschema

sprachlicher Aspekt

1. Satzbau / Satzzeichen
2. Stilmittel
3. Wortwahl

Inhaltlicher Aspekt

1. Thema des Gedichtes
2. Bezug zur Überschrift / Titel
3. Gliederung
4. Lyrisches Ich
5. Inhaltliche Aussagen mit formalen und sprachlichen Aspekten belegen

 

 

Schluss:

 

 

1. Wirkung insgesamt / eigener Eindruck
2. Evtl. Relevanz damals – heute (hier sind Punkte zu holen für “personal response”!)

 

 

 

 



Wichtige Stilmittel: ⇓

 

 

Wichtig: Nicht nur rhetorische Figuren aufzählen („außerdem finden sich je zwei Metaphern in Vers 7 und 9“), sondern immer mit Interpretation verbinden („Die Metapher ‚ehernes‘, also eisernes Gesetz weist darauf hin, dass das lyrische Ich dieses als unveränderlich, unverbrüchlich und ewig ansieht – dies kommt übrigens auch in …. zum Ausdruck….“)

 

 

 

 



Checkliste für die Gedichtinterpretation: ⇓

 

 

 

Inhalt

 

Hast du Vermutungen anhand der Überschrift formuliert?
Hast du die Stimmung des Gedichtes nachvollziehbar beschrieben?
Hast du die Form des Gedichtes (Strophenform, Reimschema, Rhythmus, Zeilenstil) richtig beschrieben und sinnvoll gedeutet?
Hast du den Inhalt strophenweise nacherzählt und hast du bildliche Umschreibungen (Vergleiche, …) richtig benannt?
Hast du den Ton (Satzbau, Wortwahl) richtig erkannt und gedeutet?

 

Ausdruck

 

Hast du den Inhalt in eigenen Worten nacherzählt?
(Satzbau) Hast du in vollständigen Sätzen geschrieben?
(Wiederholung) Hast du Wiederholungen vermieden?
(Wortschatz) Ist die Wortwahl (Verben, Adjektive) treffend?

 

Sprache

 

(Grammatik) Hast du z.B. grammatisch richtige Endungen benutzt?
(Zeitfehler (Tempus) Hast du durchgängig die gleiche Zeitform verwendet?
(Zeichensetzung) Hast du die Satzzeichen richtig gesetzt?
(Rechtschreibung) Hast du Rechtschreibfehler korrigiert? Groß- und Kleinschreibung? Achtung: dass – das?

 

Form

 

(Form) Entsprechen Aufsatzkopf, Rand und Schrift den Vorgaben? Kann man die Schrift lesen?
(Gliederung) Ist dein Text klar gegliedert (Absätze, Überleitungen)?

 

 

 

 

 



Hilfsfragen zum Erschließen eines Gedichts: ⇓

 

 

 

Form:

 

Welche Versart und welche Strophenform hat das Gedicht? (vgl. „Grundwissen Gedichtinterpretation“)
Welche Reimfolge, welche Klangfiguren lassen sich erkennen? Welche Funktion oder Wirkung haben diese formalen Elemente?

 

Aufbau:

 

Welche Sinnabschnitte, welche Wendepunkte finden sich im Gedicht?
Wodurch sind sie sprachlich oder rhythmisch markiert?

 

Bildhaftigkeit und Sprache:

 

Welche Bildkomplexe, welche Formen von Bildhaftigkeit (Vergleich, Metapher usw.) sind vorhanden?
Welche Symbole sind vorhanden?
Welche Bedeutung oder Funktion haben die Bilder und Symbole?
♦  Was fällt am Satzbau auf?
Welche rhetorischen Figuren sind enthalten, welche Funktion haben sie?

 

Das lyrische Ich:

 

Das lyrische Ich ist nicht mit dem der Autor identisch! Ein Gedicht ist eine Art Inszenierung, in der ein fiktiver Sprecher (das „lyrische Ich“) sich artikuliert, d.h. sich an jemanden wendet.
Wer wird angesprochen? Liegt ein Monolog oder ein Dialog vor? Falls Dialog: Wendet sich das lyrische Ich direkt an den Leser oder an einen anderen Zuhörer? Was erfahren wir über diesen?
Welche Haltung des lyrischen Ichs lässt sich damit nachweisen?
Welches Problem, welche Stimmung, welche Gefühle / Erfahrungen werden dargestellt?