Comics


Comics

Comics können nur dann adäquat analysiert werden, wenn man u. a. auch die historische Komponente einbezieht. Es ist nicht unumstritten festzulegen, ab welchem Zeitpunkt von »Comics« als Gattung gesprochen werden kann. Im wesentlichen kann man drei Möglichkeiten anführen:

a) Geschichte der Comics als Bilderzählungen im weitesten Sinn
b) Geschichte der Comics als Bilderzählungen im engeren Sinn
c) Geschichte der Comics als Bilderzählungen im engsten Sinn

Der Zweite Weltkrieg brachte es vor allem durch die Comics konsumierenden US-Soldaten mit sich, daß die Verbreitung dieses Genres in nahezu allen Ländern der Erde einsetzte.
In der Bundesrepublik Deutschland kann man von einer Geschichte der Comics erst nach 1945 sprechen. Es handelte sich überwiegend um amerikanische, französische, belgische oder italienische Übersetzungen, ehe in den frühen sechziger Jahren eigene Produkte vorgestellt wurden. Noch heute ist es so, daß die bundesrepublikanische Comics-Szenerie weitgehend mit US-Produkten bestückt ist.

 


 

Struktur

Das Medium Comic setzt sich zusammen aus Sprache und Bild.

Der Inhalt der Erzählung selbst wird wiedergegeben durch Zerlegung in eine Sequenz von Einzelbildern.

Comics müsste zweifelsfrei der Dramatik zugeordnet werden

Die Zuordnung zum Sprecher und ihre Charakterisierung als direkte Rede erfolgt durch ein graphisches Mittel, die Sprechblase über dem Kopf des Redenden

Die unterschiedliche Umrandung der Sprechblasen (durchgehend, gezackt),die Darstellung von Geräuschen, Intonation, Lautstärke in entsprechenden Kodierungen (Schriftart, Schriftbild, Interpunktionen, Kreise, Spitzen, Sterne, Wolken,Spiralen) sowie Sprachzeichen und die sog. Pängsprache sind elementare sprachliche Konstituenten. So wie: Boom, Zack, huuuu etc.

 


 

Harald Vogel trifft eine recht differenzierte Comics-Kategorisierung nach inhaltlichen Aspekten (Vogel, 1975, S. 8f.). Er unterscheidet:

Funnj.es (komisch-humorvolle Comics)

Adventure Strips (Wildwest-, Urwald-, Kriminal-, Liebes-Comics; auch Horror-/Crime-Comics)

Fantastic Strips (Science-Fiction- und Märchen-Comics)

Historical Strips (bildliche Darstellung historischer Ereignisse)

True- oder Classic-Comics (bildliche Nacherzählung klassischer literarischer Werke).

 


 

Inwieweit Verfasser von Comics z. B. in den U S A inhaltliche Bindungen einzugehen haben, soll ein Ausschnitt aus dem amerikanischen Comic-Codex verdeutlichen:

Verbrechen, Horror, Terror etc. dürfen nicht direkt im Comic auftauchen

Religiöse, rassistische Angriffe sind verboten

Szenen mit Toten, Foltern, Vampire etc. sind untersagt

Kanibalismus und Werwolftum sind inakzeptabel

 


 

Funktion des Comics

Ohne Kenntnis der ökonomisch-gesellschaftlichen Voraussetzungen und Bedingungen kann das Medium Comic nicht adäquat beurteilt werden.

Befriedigung von alters-, sozial- und gesellschaftlich bedingten Bedürfnissen.

Abbau von Konflikten und Ängsten, Entlastung

Verfestigung der gesellschaftlichen Strukturen, die der Sozialisation zugrunde liegen.

 


 

Comics im Unterricht

Die Forderung, Comics müßten in den schulischen Textumgang einbezogen werden, -ist inzwischen wohlvertraut Allgemeines Lernziel: »Die reduzierte und verfälschende Weltdarstellung der Comics in ihren Ideologiebezügen in den verschiedenen Inhalts- und Darstellungsebenen sichtbar machen und die Schüler zu Alternativdeutungen (Kritikfähigkeit) befähigen.

 


 

Präzisierte Lernziele:

Erkennen der Stereotypie und Reduktion in

‘der Handlungsstruktur,

Figurendarstellung,

den Sozialbeziehungen,

den Wertsetzungen,

der Bild- und Textgebung; Bewußtmachung

des statisch-hierarchischen Weltbilds,

der Eindimensionalität der Umweltdarstellung,

der in Aufmachung und Kaufanreiz deutlich werdenden kommerziellen Interessen der Verleger.«